Was hat es mit den „Glaubenssätzen“ auf sich?
von Michael Ensle -
Glaubenssätze.
Ich will das Neue Jahr mit einem Thema beginnen, das für jeden von uns eine sehr große Bedeutung hat (oder haben sollte), weil es große Auswirkungen auf unser persönliches Leben hat.
Auch wenn es uns nicht immer so bewusst ist, erschaffen wir mit unseren Gedanken unsere Realität. Alles, was sich in unserem Leben zeigt, war zuerst als Gedanke vorhanden. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass sich in unserem Leben nur das zeigen und realisieren kann, was wir zuvor gedacht haben.
Hören wir uns also sagen: Das kann ich mir so nicht vorstellen! Dann sagen wir damit auch, dass sich das – zumindest jetzt – auch nicht in unserem Leben ereignen kann.
Wann macht sich das besonders bemerkbar?
Wenn wir auf Menschen aus einem anderen Kulturkreis treffen, fällt das sehr schnell auf, weil wir rasch feststellen, dass diese Person von Erfahrungen berichtet, die uns fremd erscheinen.
Doch wir müssen gar nicht so „weit“ gehen, denn wir treffen täglich auf Personen, die andere Überzeugungen haben, denen wir nicht immer folgen können und wollen. Je näher uns diese Person steht, desto schwieriger kann es werden, vor allem dann, wenn sich diese auf das Zusammenleben (Partnerschaft) oder Zusammenarbeiten (Job) auswirkt. Ist jemand der Meinung, dass Vertrauen zwar gut, Kontrolle aber besser ist und lebe ich selbst in der Vorstellung, dass immer das Passende geschieht, dann treffen hier zwei Welten aufeinander, die mitunter schwer zu vereinen sind.
Denn beide sind von ihrer Sichtweise überzeugt, weil sie das in ihrem bisherigen Leben immer wieder so erlebt haben. Sie sind auch nur sehr schwer davon abzubringen, weil sie genau wissen, dass ein Abweichen negative Auswirkungen haben wird.
Wie gehe ich damit um?
Wenn ich von dem, was ich denke und sage, nicht (vollkommen) überzeugt bin, dann ist es oft so, dass ich ein stärkeres Bedürfnis danach habe, mein Gegenüber von meiner Sichtweise zu überzeugen. Denn wenn mir das gelingt, dann habe ich eine Bestätigung (von Außen) bekommen, die mir mehr Sicherheit gibt.
Bin ich hingegen von meiner Vorstellung vollkommen überzeugt, dann fällt es mir viel leichter, anderen Personen ihre eigene Sichtweise zu „lassen“, weil diese dann keine Bedrohung für meine fehlende Sicherheit sind. Selbst wenn keiner das so sieht wie ich, wird mich das nicht beunruhigen.
Wenn ich merke, dass mir jemand seine Überzeugung aufdrängen will, dann bestätige ich dieser Person, dass seine Sichtweise ok ist, ich es jedoch anders sehe. Das nimmt in aller Regel den Druck aus der Situation heraus.
Wozu brauche ich überhaupt Glaubenssätze?
Glaubenssätze sind nichts anderes als eine von uns vorgenommene Beschreibung der Welt, die uns dabei helfen soll, unserem Leben eine gewisse Ordnung und Struktur zu geben. Wir müssen dann über diese Sachen nicht jedes Mal neu nachdenken, sondern können auf diese Überzeugungen zurückgreifen.
Diese sind in unserem Unterbewusstsein abgespeichert und wirken permanent, also ohne mein aktives (=bewusstes) Zutun. Wenn es sich dabei um Glaubenssätze handelt, die dazu führen, dass es mir gut geht, dann macht es Sinn, diese auch in Zukunft weiter zu verwenden. Bringt mich jedoch ein Glaubenssatz immer wieder in Situationen, die mir nicht gefallen, dann würde es doch Sinn machen, diesen entsprechend zu verändern, anstatt sich ihm zu ergeben, so wie es viele mit der Aussage: „Das Leben ist halt so! Ich bin halt so!“ resignierend tun.
Ich lade Dich ein, Dir zu überlegen, ob es in Deinem Leben Situationen gibt, die Dir nicht gefallen und die Du gerne ändern willst. Löse Dich dabei von der Vorstellung, dass das zum Leben dazu gehört oder Du gelernt hast, damit umzugehen.
Im nächsten Blog werden wir uns mit der Entstehung von Glaubenssätzen beschäftigen.
Michael Ensle
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