Glaubenssätze - wie entsteht ein Glaubenssatz - Ursache für die Entstehung.
von Michael Ensle -
Wie entstehen „Glaubenssätze“ (1)?
Im Rahmen eines im November 2015 gehaltenen Vortrages „Glaubenssätze – Fluch oder Segen?“ habe ich jene fünf Punkte präsentiert, die aus meiner Sicht die Ursache für die Entstehung von Glaubenssätzen sind. Das ist natürlich eine vollkommen subjektive Sichtweise und es ist ganz klar, dass es noch viele weitere gibt.
Mir geht es aber dabei – wie immer – darum, dieses komplexe Thema auf einfache Weise darzustellen, damit eine rasche Umsetzung in den eigenen Alltag leicht möglich ist.
1. Glaubenssätze - Prägungen in der Kindheit
Da Kinder ihre Welt über und durch ihre unmittelbaren Bezugspersonen kennen lernen, haben diese natürlich einen sehr großen Einfluss darauf, wie die Kinder diese betrachten. Wenn also ein Elternteil davon überzeugt ist, dass man sich anpassen muss, um geliebt zu werden, dann kann das dazu führen, dass das Kind diese Vorstellung übernimmt und ebenfalls daran glaubt.
Es wird dann gleiche oder ähnliche Erfahrungen machen wie der entsprechende Elternteil und sich bestätigt fühlen, dass der Elternteil Recht hat UND das Leben tatsächlich so ist. Es erkennt in dieser Phase (noch) nicht, dass nur die eigene Überzeugung die Ursache dafür ist, dass sich das Leben so zeigt und es sehr wohl in der Lage ist, diese bisher gemachten Erfahrungen nachhaltig zu verändern, sofern es das will.
2. Glaubenssätze - Lebensweisheiten
Es handelt sich dabei um Sprüche bzw. Sprichwörter, die als allgemeingültige Gesetze hingestellt werden, die es nicht zu hinterfragen gilt. Mir fallen dazu immer „Ohne Fleiß kein Preis“ und „ Zuerst die Arbeit, dann das Spiel“ ein, die mich in meinem „früheren“ Leben beeinflusst haben. Das „Gefährliche“ an diesen Aussagen ist, dass diese nicht mit einer konkreten Person verknüpft sind, sondern einfach für sich stehen und sich somit einer Diskussion entziehen.
Wenn ein Klient zu mir kommt, dann zeigt sich oft schon nach wenigen Sätzen, mit welchen Lebensweisheiten dieser aufgewachsen ist und wie sich diese dann konkret im Leben zeigen. Wenn ich das dann anspreche, dann ist manchmal Unverständnis dar, weil ich mich traue, das in Frage zu stellen. Wenn ich dann die Hintergründe und Zusammenhänge erläutere, dann wird dem Klienten schnell die Bedeutung klar.
Es geht im nächsten Schritt nicht darum, diese Weisheit als solche zu beweisen oder zu widerlegen, sondern der Fokus richtet sich einzig und allein auf die Frage, ob der Klient weiterhin an diesen glauben und mit dessen Auswirkungen leben will. Wenn dem nicht so ist, dann trennt sich der Klient davon und erschafft eine neue Überzeugung, die besser in sein Leben passt.
3. Glaubenssätze - Autoritäten
Wir neigen gerne dazu, unsere Entscheidungen von Experten abhängig zu machen und vertrauen darauf, dass diese sich besser auskennen. Das mag schon sein und macht auch durchaus Sinn, doch viele Menschen vergessen dabei, dass sie es selbst sind, die mit den Konsequenzen leben müssen. Wenn Experten daher Aussagen zu einem Thema (z.B. Krankheit) oder einer Situation machen, die uns betreffen, dann ist das „nur“ die Sichtweise bzw. Meinung dieser Person, ist aber in keinem Fall ein unverrückbares Gesetz.
Wenn wir das aber als solches sehen, dann beschneiden wir dadurch nicht nur unsere eigene Autorität, sondern müssen uns auch mit den Folgen auseinandersetzen, weil wir unserem System und unseren Zellen damit sagen: So ist es. Es wird dann nicht deshalb zu unserer Realität, weil es diese Person so gesagt hat, sondern weil wir dieser Aussage zugestimmt haben.
Ich selbst habe immer wieder Kontakt mit wunderbaren Menschen, die ich – auch ob ihres Wissens – achte und schätze. Trotzdem übernehme ich nicht einfach ihre Aussagen, sondern spüre in mich hinein, was für mich stimmig und passend ist.
Ich lade Dich dazu ein, Dir Dein Leben hinsichtlich dieser ersten drei Punkte anzusehen und vielleicht entdeckst Du dabei etwas, was Dich von einer hinderlichen Vorstellung befreit.
Im nächsten Blog werden wir uns mit den letzten beiden Punkten betreffend der Entstehung von Glaubenssätzen beschäftigen.
Michael Ensle
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