Spiritualität und das Prinzip des Christuskindes.
von Martinus -
Auf den Schwingen der Intuition. Die große Geburt.
Welche Bedeutung hat es, daß man gut und liebevoll wird? Ja, das bedeutet, daß man von der dunklen physischen Welt und ihren Traditionen loskommt und die Weisheit aller Welt erleben wird. Schon im physischen Zustand kann man auf eine Wellenlänge mit der Weisheit kommen und einen wirklich verklärten Zustand erleben, in dem man z.B. Unsterblichkeit, ewige Existenz und die göttliche Weisheit, die das gesamte Weltall führt und steuert, als Tatsache erleben kann.
Man wird sich als eins mit dieser ungeheuren Kraft und mit diesem unermeßlichen Wesen wahrnehmen, man bekommt eine kolossale Selbstsicherheit und die Angst verläßt einen. Der Tod existiert nicht mehr länger.
Die große Geburt ist ein Zustand, der eintritt, wenn man – nicht mit Macht, sondern durch natürliche Anlagen – die Fähigkeit erlangt hat, sich selbst zu beherrschen und das Menschliche in sich selbst zu leben und zu fördern.
Alle Wesen in Pflanzen-, Tier- und unfertigen Menschenformen hier auf der physischen Ebene leben in einem Embryozustand vor der großen Geburt, die die Menschen durchmachen, wenn sie das leisten können, was Christus am Kreuz auf Golgatha tat.
Danach können sie beginnen, sich von den physischen Inkarnationen zu verabschieden, mit diesem physischen Anhang oder dieser schweren Materie zu einem Ende zu kommen, und sie werden in einer strahlenden Welt leben, in der alles dem Gedanken gehorcht.
Wenn man etwas erschaffen will, z.B. ein Kunstwerk, so geschieht das auf das Gebot des Gedankens hin, ohne daß man irgend eine Hilfe braucht. Man befindet sich in einer Welt, in der die Materie dem Gedanken gehorcht; man beginnt, ein erwachsener Mensch im Leben selbst zu werden und das wirkliche vollkommene Leben zu leben.
Das Erleben der Nähe Gottes. Das Weihnachtsprinzip
Die Menschen werden schon hier in der physischen Welt den vollkommenen Zustand erreichen. Und die ersten großen Wirkungen bestehen aus dieser Weihnachtsstimmung, die zur Weihnachtszeit in die Menschen einzieht. Die Weihnachtsstimmung, die Freude über mobilisierte Liebe und Freundlichkeit einem selbst gegenüber ist, bewirkt, daß man auch selbst gerne Geschenke machen möchte, und das ist es, was Not tut.
Wenn alle lieber geben als nehmen würden, hätten die Menschen schon Vollkommenheit erreicht. Das haben sie noch nicht, aber sie sind so weit gekommen, daß sie den göttlichen Plan zu verstehen beginnen können, wenn er ihnen in Form von kosmischen Analysen vorgelegt wird, die die kolossale Logik und Liebe zeigen, die hinter dem ganzen liegt.
Das Prinzip des Christuskindes und der Logik und Liebe, die im Menschen angelegt sind, muß wachsen und einige sind in diesem Wachstum so weit fortgeschritten, daß sie damit beginnen können, Gottes Nähe in allen Dingen zu spüren und Gott im Nächsten zu sehen.
Wenn ich alle Menschen in diesem Vortragssaal sehe, dann sehe ich Gottes Angesicht, das ist Gottes Sprachrohr mir gegenüber, und ich bin Gottes Sprachrohr diesen Menschen gegenüber. Wir können ohne Gott nicht existieren, der alle Lebewesen als sein Sprachrohr oder sein Offenbarungsmittel benutzt. Es handelt sich also darum, welches Organ man für Gott sein will, ob man Scharfrichter und derjenige sein will, der geißelt, oder ob man derjenige sein will, der Wunden heilt, der liebkost und segnet.
Die Menschen sind so weit gekommen, daß sicher allesamt am liebsten segnen möchten, und diesen Segen strahlt man aus, indem man liebevolle Blicke, einen warmen Händedruck, Geschenke usw. austauscht; das ist das Weihnachtsprinzip. Die Weihnachtsstimmung ist die Atmosphäre der neuen Weltkultur, die die Menschen zu spüren beginnen können wie die Seeluft in der Nähe des Meeres. Je mehr man selbst sein eigenes Wachstum in diesem Bereich fördert, desto schneller ist die Menschheit mit Krieg und allem Finsteren fertig, und dadurch wird man den wirklichen Frieden in seinem eigenen Inneren erleben und sich eins mit der Gottheit fühlen.
Herzlichst Martinus
Aus einem Vortrag vom 19.12.1960.
Tonbandaufzeichnung bearbeitet durch Ole Therkelsen und gutgeheißen durch den Rat.
Übersetzung: Christa Rickus
© Martinus Institut 1981 www.martinus.dk